Knuspriger Blätterteig, eine seidige Eiercreme und kleine dunkle Röststellen machen pastel de nata zu einem der spannendsten Kleingebäcke Portugals. Ich zeige, woher die Törtchen kommen, welche Zutaten wirklich entscheidend sind und wie sie auch im deutschen Backofen gelingen.
Die wichtigsten Fakten für portugiesische Puddingtörtchen
- Textur: Außen soll der Teig splittern, innen bleibt die Creme weich und fast schmelzend.
- Menge: Das Rezept ergibt etwa 12 Törtchen.
- Hitze: Ein sehr heißer Ofen mit 240 bis 250 °C sorgt für die typischen Röstflecken.
- Aroma: Zitronenschale und Zimt geben der Eiercreme ihren portugiesischen Charakter.
- Servieren: Am besten schmecken sie lauwarm, mit etwas Zimt und Puderzucker.
Was diese portugiesischen Törtchen so besonders macht
Pastéis de nata bestehen aus einer dünnen, mehrfach geschichteten Teighülle und einer Creme aus Milch, Zucker und Eigelb. Anders als bei deutschem Pudding wird die Füllung nicht fest gekocht. Sie soll nach dem Backen noch leicht zittern und im Inneren beinahe cremig fließen.
Die Wurzeln liegen in der portugiesischen Klosterbäckerei. Besonders bekannt wurde die Spezialität im Lissaboner Stadtteil Belém, wo sie seit dem 19. Jahrhundert gebacken wird. Die dort verwendete Bezeichnung Pastéis de Belém ist an ein bestimmtes Haus gebunden, während die allgemeine Variante im übrigen Portugal Pastéis de nata heißt.
Ein verbreitetes Missverständnis betrifft die Sahne. Trotz der oft verwendeten Übersetzung „Sahnetörtchen“ enthält die klassische Füllung meist keine Sahne. Milch, Eigelb, Zucker und ein wenig Stärke reichen aus und ergeben ein klareres, weniger schweres Aroma.

Die richtigen Zutaten für zwölf Stück
Für die schnelle Hausversion verwende ich guten Butterblätterteig aus dem Kühlregal. Selbst gemachter portugiesischer Teig ist aromatischer und noch knuspriger, verlangt aber deutlich mehr Zeit und eine sorgfältige Verarbeitung der Butterschichten.
| Zutat | Menge | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Butterblätterteig | 275 bis 300 g | Gut gekühlt und möglichst ohne Margarine |
| Vollmilch | 500 ml | Sie sorgt für eine runde, milde Creme |
| Eigelb | 6 Stück | Am besten Eier der Größe M |
| Zucker | 150 g | Für Süße und eine stabile Cremestruktur |
| Speisestärke | 25 g | Verhindert, dass die Füllung zu flüssig bleibt |
| Zitrone | 1 Streifen Schale | Nur die gelbe Schicht verwenden |
| Zimt | 1 Stange plus etwas Pulver | Für die Creme und zum Servieren |
Ich lasse Vanille meistens weg, weil Zimt und Zitronenschale den typischen Geschmack besser treffen. Wer es etwas weicher und dessertartiger mag, kann zusätzlich ein halbes Teelöffelchen Vanillepaste verwenden, sollte dann aber sparsam bleiben.
So gelingt die Creme Schritt für Schritt
Milch aromatisieren
Erhitze die Milch mit Zitronenschale und Zimtstange, bis sie dampft, aber nicht sprudelnd kocht. Nimm den Topf vom Herd und lasse die Mischung 10 Minuten ziehen. Dadurch wird das Aroma deutlich runder, ohne dass die Zitronenschale bitter wird.
Zuckersirup kochen
Koche Zucker und 75 Milliliter Wasser in einem kleinen Topf auf. Sobald der Sirup etwa 105 bis 106 °C erreicht, ist er richtig. Ohne Thermometer kannst du ihn ungefähr 3 bis 4 Minuten sprudelnd kochen lassen, solltest aber darauf achten, dass er noch hell bleibt.
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Creme verbinden
Verrühre die Stärke mit etwas kalter Milch und mische sie unter die aromatisierte Milch. Gib den heißen Sirup langsam dazu und rühre anschließend die Eigelb unter. Die Masse wird nicht wie ein fester Pudding gekocht, sondern nur vorsichtig gebunden und danach durch ein feines Sieb gegossen.
Dieser Schritt macht einen erstaunlich großen Unterschied. Durch das Sieben entfernst du kleine Eiweißflöckchen und Gewürzreste, sodass die Füllung glatt und glänzend in die Teigschalen läuft.
Der Teig entscheidet über den knusprigen Rand
Rolle den kalten Blätterteig zu einem engen Zylinder auf und schneide ihn in 12 gleich große Scheiben. Setze jede Scheibe mit der Schnittfläche nach oben in eine leicht gefettete Muffinform und drücke sie mit feuchten Daumen von der Mitte nach außen. Der Boden sollte dünn sein, der Rand darf etwas stärker bleiben.
Stelle die ausgeformten Teigschalen für mindestens 20 Minuten in den Kühlschrank. Dieser kurze Kälteschritt verhindert, dass die Butter sofort ausläuft. Genau hier sind viele erste Versuche zu ungeduldig, und dann werden die Ränder eher fettig als blättrig.
Fülle die Creme erst kurz vor dem Backen zu etwa drei Vierteln ein. Ein kleiner Abstand zum Rand ist wichtig, weil die Masse im Ofen aufsteigt. Backe die Törtchen bei 240 bis 250 °C Ober- und Unterhitze ungefähr 12 bis 16 Minuten, bis der Teig kräftig gebräunt ist und die Oberfläche dunkle Flecken bekommt.
Die Temperaturangabe ist ein Kompromiss für deutsche Haushaltsöfen. Professionelle portugiesische Öfen arbeiten deutlich heißer. Wenn dein Ofen maximal 230 °C schafft, verlängert sich die Backzeit meist auf etwa 18 bis 22 Minuten, wobei die Oberfläche etwas weniger stark karamellisiert.
Typische Fehler und wie ich sie vermeide
- Zu kalte Creme: Sie verlängert die Backzeit und kann den Teig weich machen. Lauwarme oder zimmerwarme Füllung verteilt sich gleichmäßiger.
- Zu niedrige Temperatur: Dann gart die Eiermasse langsam, während der Blätterteig blass bleibt. Lieber gut vorheizen und das Blech erst einschieben, wenn der Ofen wirklich heiß ist.
- Zu viel Füllung: Die Creme läuft über und drückt den Teigrand nach unten. Drei Viertel Füllhöhe reichen völlig aus.
- Überbackene Eiercreme: Eine körnige Oberfläche entsteht meist durch zu lange Backzeit. Die Mitte darf beim Herausnehmen noch leicht wackeln.
- Warmer Teig: Weicher Blätterteig verliert seine Schichten. Beim Formen lieber kurz pausieren und die Form erneut kühlen.
Ich backe lieber ein Blech nach dem anderen als zwei Bleche gleichzeitig. Die gleichmäßigere Hitze bringt meistens eine bessere Kruste, auch wenn es ein paar Minuten länger dauert.
Servieren, Aufbewahren und sinnvolle Varianten
Nach dem Backen sollten die Törtchen etwa 10 Minuten abkühlen. Danach serviere ich sie mit einer Prise Zimt und wenig Puderzucker. Frisch aus dem Ofen sind sie am aromatischsten, weil der Teig dann noch knackt und die Creme ihre beste Konsistenz hat.
Im Kühlschrank halten sie sich abgedeckt ungefähr 2 Tage. Zum Aufwärmen eignen sich 5 bis 7 Minuten bei 180 °C im Ofen besser als die Mikrowelle. Die Mikrowelle macht die Creme zwar warm, lässt den Blätterteig aber schnell weich werden.
Für eine mildere Variante kannst du einen Teil der Milch durch Sahne ersetzen. Das ergibt eine reichhaltigere Füllung, entfernt sich aber vom portugiesischen Vorbild. Schokolade, Beeren oder Karamell funktionieren ebenfalls, verändern jedoch den eigentlichen Charakter des Kleingebäcks stärker als Zimt, Zitrone oder ein Hauch Orange.
Der beste Moment für diese kleinen Törtchen
Ich würde die Törtchen nicht lange lagern oder aufwendig dekorieren. Ihr Reiz liegt in der Kombination aus heißer, knuspriger Hülle und weicher Eiercreme. Wer diesen Kontrast trifft und beim Backen nicht mit der Temperatur spart, bekommt auch zu Hause ein Gebäck, das deutlich mehr kann als gewöhnlicher Blätterteig mit Pudding.